Clubfenster / 22.12.16

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Matti Pelz setzt zur Rückhand an. (Bild: René Zwald)

Vereine, die hohen Wert auf gute Trainingsqualität legen, haben mehr Erfolg. Das zeigt das Beispiel Neuhausen: an der OTTM 2016 gingn in den Nachwuchs-Einzelserien jede dritte Medaille und in den Nachwuchs-Doppelserien jede vierte Medaille an den Rheinfall. Doch was heisst "gutes Training"? Der TTC Neuhausen gibt einen Einblick in die Werkstatt hinter dem starken Abschneiden an den Ostschweizer Tischtennismeisterschaften.

"Gutes Training lohnt sich"
Hinter der überzeugenden Bilanz steckt ein einfaches Erfolgsrezept. "Gutes Training lohnt sich!“, sagt Präsident Urs Schärrer. Doch was gehört konkret dazu? „Für mich gehören zum guten Training mehrere Sachen. Es beginnt beim Trainer, der als Chef in der Halle für alle SpielerInnen einer Trainingsgruppe ein geleitetes Training durchführt und die wichtigste Rolle in der Halle ausübt. Er zeigt den Spielern, wie es richtig gemacht wird und korrigiert individuell diejenigen Fehler, welche die Entwicklung eines Spielers behindert. So wird zum Beispiel sehr viel Augenmerk auf die richtige Beinarbeit gelegt, die für die spätere Entwicklung eines jungen Spielers von enormer Bedeutung ist. Tischtennis von Anfang an technisch von A bis Z richtig zu lernen, zahlt sich auf jeden Fall aus. Ein zweites wichtiges Element ist in meinen Augen der Einsatz der Spieler. Der beste Trainer kann nichts ausrichten, wenn seine Spieler nicht motiviert und lernwillig ins Training kommen und vollen Einsatz bringen. Dabei ist natürlich auch wichtig, dass in einer Gruppe eine gute Stimmung herrscht und so die Strapazen für alle Spieler emotional und die Schmerzen erträglicher werden. Dabei ist es auch wichtig, dass nebst dem Fleiss auch der Spassfaktor nicht zu kurz kommen darf. Als letzter Punkt möchte ich die Quantität erwähnen. Viel besser wird man nur, wenn man regelmässig, qualitativ und quantitativ sehr gut trainiert. Das hängt natürlich von den eigenen Ambitionen ab. Am besten ist man da ganz ehrlich zu sich selbst und passt den Trainingsaufwand den eigenen Ambitionen an (oder umgekehrt!). Hier schliesse ich auch die Eltern ein, die mit ihrem Verhalten auch in der Förderung der sportlichen Entwicklung eine sehr wichtige Rolle einnehmen.“ Doch wie ist der hohe Trainingsaufwand mit der schulischen Belastung zu vereinbaren: „Da sehe ich keine Probleme. Wenn Kind und Eltern gut organisiert sind, lässt sich beides bis und mit Elementarschule gut vereinbaren. Ab Sekundarschule resp. Mittelschule wird es aber kritisch und ein Wechsel an eine Sportschule oder mindestens Sportklasse ist eindeutig empfehlenswert“, so TTCN-Präsident Urs Schärrer, der als Vater von Mauro (U13 Schweizer Meister, seit August 2016 Sportschüler an der nationalen Elitesportschule in Kreuzlingen) und Livio (U11 Schweizer Meister) aus eigener Erfahrung weiss, wovon er spricht. Er ergänzt: „Die Eltern sollten wissen, dass Kinder die ihren Sport als Leistungssport betreiben auch sehr viel Positives für ihre persönliche Entwicklung mitbekommen, was ihnen im späteren Erwachsenenleben helfen wird. Dass die schulische Ausbildung ein oder zwei Jahre länger dauert, ist dabei kein Nachteil“.

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Elias Hardmeier hoch konzentriert während dem Spiel.
(Bild: René Zwald)

Auch auf Schweizer Level gehören mehrere Neuhauser Nachwuchsspieler zu den Besten im Land. So haben sich kürzlich gleich sechs Neuhauser SpielerInnen für das nationale TOP-8-Finalturnier qualifiziert. Doch was ist nun das Neuhauser Erfolgsrezept? „Mit Pavel Rehorek und Pedro Pelz verfügen wir über zwei aussergewöhnlich engagierte Trainer, welche beide Tischtennis leben und täglich ihr grosses Know-how den SpielerInnen ihrer Trainingsgruppen weitergeben. Diese erhalten so mit den geführten Gruppen- und individuellen Einzeltrainings eine bestmögliche Förderung für ihre sportliche Entwicklung. Doch auch die Trainer sind auf Support angewiesen, damit sie in der Halle wirken können. Die Bereitstellung und Pflege der Infrastruktur, die Unterstützung zahlreicher Sponsoren für ein solides finanzielles Fundament und die Arbeit von vielen Helfern im Hintergrund sind weitere wichtige Mosaiksteine. Das alles ist kein Selbstläufer und es muss immer alles erarbeitet werden. Zudem gibt es keine Erfolgsgarantie. Die Talente fallen auch in Neuhausen nicht vom Himmel, es muss täglich alles hart erarbeitet werden“ so der TTCN-Präsident abschliessend.

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Trainer Pedro Pelz während dem Coaching von Mauro Schärrer

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